Reizdarm
Für diese Erkrankung existieren viele synonym gebrauchte Begriffe, wie beispielsweise "nervöser Darm", "Stressdarm", "Colitis mucosa" oder Reizdarm - Syndrom. Der letzte Begriff spiegelt am besten wieder, dass es sich dabei nicht um eine lediglich auf den Darm bezogene Erkrankung handelt, sondern den gesamten Verdauungstrakt einbeziehen kann und sehr komplex gestaltet ist.
Betroffene Patienten berichten über vielgestaltige Beschwerden wie Stuhlunregelmäßigkeiten, anhaltende Verstopfung oder Durchfälle, Blähungen, einen aufgetriebenen Bauch und meist krampfartige Schmerzen. Hinzu kommen häufig vielfältige Nahrungsunverträglichkeiten. Alle Beschwerden können einzeln oder kombiniert auftreten und bestehen über einen Zeitraum von mindestens mehren Monaten.
Typisch für den Reizdarm ist, dass die Betroffenen unter der Symptomatik leiden, mit den zur Verfügung stehenden diagnostischen Methoden aber kein krankhafter Organbefund erhoben werden kann. Viele haben bereits eine umfangreiche Diagnostik hinter sich gebracht und es "ist nichts gefunden worden". Schlimmstenfalls wurden sie dann als "Spinner" abgestempelt und mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen.
Wir wissen heute sehr wohl, dass es sich bei diesem Beschwerdebild um eine Störung des Bewegungsablaufes im Verdauungstrakt handelt, dass die Signalaufnahme z. B. für Schmerz im Darm gestört ist und es zu einer fehlerhaften Verarbeitung dieser Signale im vegetativen und zentralen Nervensystem kommt.
Wir wissen auch, dass die Erkrankung keinen Einfluss auf die Lebenszeit , wohl aber auf die Lebensqualität hat. Die Behandlung ist nicht einfach und schon gar nicht durch die bloße Einnahme einer Tablette zu beseitigen. Es setzt die aktive Mitarbeit des betroffenen Patienten voraus. Durch den Einsatz komplexer therapeutischer Strategien gelingt es in einem hohen Prozentsatz die Beschwerden zu beseitigen oder zumindest soweit zu lindern, dass Betroffene damit gut leben können und die Angst vor einer gefährlichen Erkrankung verschwindet.
